Nextcloud ganz einfach mit Nextcloudpi

Warum soll man es sich antun eine private Cloud zu installieren wo es doch so einfache Lösungen wie Google Drive oder Dropbox gibt ?

Der Vorteil einer privaten Cloudlösung liegt auf der Hand.

  • Keine Speicherplatzbegrenzung
  • Im Privatbereich keine Bandbreitenlimitierung oder Datenvolumenbegrenzung
  • Volle Datenhoheit
  • Keine Abhängigkeit von Firmen die nicht kontrollierbar sind

Gottseidank steigt die Zahl derer die ihre privaten Daten nicht Datenkraken wie Google oder Dropbox & Co. anvertrauen wollen.

Auch und gerade nach den Enthüllungen von Edward Snowden (aber interessiert das überhaupt noch jemanden ?)

Wenn es um die reine Dateisynchronisation und Freigaben von Dateien geht ist die für mich optimale Lösung Seafile die ich auch parallel nutze.

Da sich die Installation von Seafile aber für Anfänger recht schwierig gestaltet (es gibt kein Script wie bei Nextcloudpi), werde ich darüber in einem anderen Artikel berichten

Mittlerweile hat sich Nextcloud im Unternehmens und Privatbereich zur Standardlösung etabliert.

Nextcloud ist ein Fork von Owncloud da sich die Entwickler über die Geschäftsziele nicht mehr einigen konnten.

In Sachen Funktionen ist Nextcloud die eierlegende Wollmilchsau die sich zudem mit unzähligen Addons noch erweitern lässt.

Die konventionelle Installation von Nextcloud ist für Anfänger nicht trivial.

Es muss eine Datenbank erstellt werden und die Ordner müssen mit den passenden Rechten versehen werden, usw….

Wenn man noch Fail2ban und Letsencrypt benutzen will (sollte man tun) treten noch mehr Hürden auf.

Deshalb ist es schön das es Nextcloudpi gibt. Der Name lässt vermuten das zur Installation ein Raspberry Pi nötig ist. Dem ist aber nicht so.

Voraussetzung ist bei SBC`s ein frisches Debian Image (vorzugsweise Armbian)

Jedoch auch auf X86 Rechnern mit Debian 10 (Buster) funktioniert es tadellos

Zusätzlich muss auf X86 Rechnern nur das Paket curl installiert werden damit das Script laufen kann.

Mit nur einer Befehlszeile lässt sich das komplette Nextcloud System incl. wichtiger Sicherheitsfeatures aufsetzen.

curl -sSL https://raw.githubusercontent.com/nextcloud/nextcloudpi/master/install.sh | bash

Nextcloud wird im Verzeichnis /var/www installiert.

Ich habe es mir einfach gemacht und im Vorfeld /var komplett auf eine extra Festplatte gemountet. Somit sind auch die Nextcloud-Daten vom restlichen System getrennt.

Natürlich kann man auch nachträglich auf der Weboberfläche eine USB Platte als Datenplatte einbinden Ich wollte jedoch aus Performancegründen eine interne Platte verwenden

Letsencrypt lässt sich im Anschluss an die Installation leicht über die Admin Oberfläche einrichten und in Betrieb nehmen.

Der erste Aufruf nach der Installation

NC1

Die Administration der NextCloudPi-Installation selbst erfolgt jederzeit über den Aufruf von

https://ipadressedesNextcloudpi:4443/

NC2

Die Administration kann auch per SSH über das Tool ncp-config erledigen

NC4

Ebenso lassen sich alle anderen administrativen Aufgaben an einer Stelle durchführen.

Vorteile:

  • NextCloudPi läuft in einer Vielzahl von Systemen.
  • Caldav
  • Webdav
  • Integration von Onlyoffice
  • Eigene Chat und Videotelefoniefunktion
  • Automatisches synchronisieren von Smartphone Fotos per Smartphone App
  • Planen von Backups, erstellen von Snapshots und erstellen von Sicherheitskopien Ihrer Daten lokal als auch remote.
  • Das System hält sich wenn gewünscht ohne Benutzereingriff sicher und auf dem neuesten Stand.
  • Direkter Zugriff auf alle Dateien im lokalen Netzwerk via Samba und NFS

Das erste Login als User

NC3

Natürlich lassen sich auch fertige Images (für SBCs) von Nextcloudpi herunterladen.

Aber es macht einfach Spass der Installation per Script zuzusehen

Soll die Nextcloud auch von aussen zu erreichern sein ist die Weiterleitung der Ports 80 und 443 im Router einzustellen. Und natürlich muss die eigene private IP-Adresse öffentlich gemacht werden. Ich kann hier spdns empfehlen

In dem Fall sollte auch auf jeden Fall fail2ban und letsencrypt auf dem System vorhanden sein um unliebsame (Hacker) Besuche auszuschliessen

Ein informatives Youtube-Video habe ich auch entdeckt.

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LinuxFX : Brasilianische Distribution wird zum Windows-Klon

Die kleine brasilianische Linux-Distribution LinuxFX basiert auf Ubuntu und wird mit seinem WX-Desktop, einem angepassten Cinnamon, optisch zu Windows 10. Das Ubuntu-Derivat versucht Anwendern den Umstieg daher so einfach wie möglich zu machen und Windows 10 bis ins Detail nachzubilden.

Das ist verblüffend gut gelungen, selbst in Details die ich hier nicht alle zeigen kann.

LinuxFX basiert auf dem Betriebssystem Ubuntu von Canonical, kombiniert diese Basis aber mit dem aktuelleren Linux-Kernel 5.6.15 und dem von Linux Mint 20 („Ulyana“) bekannten Cinnamon-Desktop, der noch in Version 4.4.8 vorliegt, zeitnah aber auf die aktuelle Version 4.6.6 angehoben werden soll.

Die Softwarepakete befinden sich hingegen auf einem aktuellen Stand, so kommt LinuxFX 10.3 mit den Browsern Firefox 77.0.1 und einem ganz aktuellen Chromium 83.0.4 daher. Als Office-Suite steht LibreOffice 6.4.3 bereit.

Windows-Programme mit den Dateinamenserweiterungen .exe und .msi werden automatisch über die Windows-kompatible Laufzeitumgebung für POSIX-kompatible Betriebssysteme Wine 5.0 ausgeführt und auch Steam ist bereits vorinstalliert.Auffälligstes Feature der Distribution ist aber das weitreichende Windows-10-Theme des WX-Desktops, dass LinuxFX im Gewand von Windows 10 erstrahlen lässt.

Die Entwickler bieten ihren freien Windows-Klon auf Linux-Basis sowohl für die x86- als auch für die ARM-Architektur an, was in zwei Systemabbildern resultiert. Die ARM-Version befindet sich noch auf dem Versionsstand 10.1 und soll zeitnah aktualisiert werden.

In dem Zusammenhang sprechen die Macher von LinuxFX auch von WindowsFX 10. Bislang erscheint die brasilianische Linux-Distribution aber noch zu klein zu sein, als dass Microsoft rechtliche Schritte einleiten würde. LinuxFX nutzt jetzt bereits seit Jahren 1:1 kopierte Windows-Themes, ohne dass sich Microsoft daran gestört hätte.

Das rund 3,7 GB große Image der x86-Version LinuxFX 10.3 WX LTS (ISO) kann mittels eines entsprechenden Tools wie beispielsweise Rufus, UNetbootin oder Ventoy auf ein USB-Speichermedium geschrieben und völlig risikolos als Live-System getestet werden.

Fazit:

Wer absolut nicht auf das gewohnte Design von Windows verzichten will ist mit LinuxFX gut bedient

 

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